Die Anatomie des Auges

Die Tränen – flüssiger Schutz für die Augen

Unsere Tränendrüsen produzieren etwa einen halben Liter salzhaltige Tränenflüssigkeit pro Tag. Die Bindehaut produziert Schleim und die Drüsen einen Fettfilm am Lidrand. Durch den Lidschlag wird dieser als feiner Film auf dem Auge verteilt. Die Tränen schützen auch unseren Augapfel vor dem Austrocknen oder vor Staub.

Wichtig für den Augenlaser-Patienten: Ein trockenes Auge nach einer Augenlaserbehandlung ist normal und nicht als Komplikation zu sehen, sondern entspricht dem natürlichen Abheilungsvorgang. Sie erhalten Benetzungstropfen. Diese können Sie nach Bedarf ins Auge tropfen.
Trinken Sie viel und verwenden Sie die Benetzungstropfen.

Die Anatomie des Auges

Lederhaut und Hornhaut – die äußere Augenschicht

Der kugelförmige, 2,5 cm lange Augapfel sitzt in seiner knöchernen Augenhöhle, eingebettet in ein weiches Fettpolster. Folgende Schichten bilden die Wand des Augapfels: Lederhaut und Bindehaut, Aderhaut und Netzhaut.
Der Augapfel ist von der robusten weißen Lederhaut umgeben. Sie ist als „das Weiße im Auge“ bei geöffneten Augen zu sehen und grenzt vorne an die scheibenförmige Hornhaut. Diese knapp einen mm dicke Lederhaut ist reich an Fasern und sehr flexibel und gewährleistet daher dem Auge – besser als ein Knochen – Schutz bei Berührungen oder Stößen.

Die Lederhaut geht im vorderen, stärker gewölbten Teil des Auges in die durchsichtige Hornhaut über, durch die das Licht ins Auge einfallen kann. Die gesunde Hornhaut ist etwa einen halben mm dick und frei von Blutgefäßen. Sie hat eine Brechkraft von 43 Dioptrien und ist das wichtigste optische Bauteil des Auges, um den Lichtstrahl auf die Netzhaut zu bündeln.

Die Lederhaut wird im vorderen Augenbereich von der Bindehaut bedeckt.

Sie ist mit den Rändern der Hornhaut fest verwachsen, schützt das Auge nach außen hin und dichtet es ab. Auch die Innenseite der Augenlider ist mit Bindehautgewebe bedeckt. Drüsen in der Bindehaut produzieren Tränen und Schleim und sorgen so dafür, dass das Auge nicht austrocknen kann. Die Blutgefäße der Bindehaut werden bei einer Bindehautentzündung oder einer starken Reizung des Auges sichtbar, wenn sie sich vergrößern.
Unter der Lederhaut umschließt die Aderhaut den Augapfel. Während die Lederhaut fast keine Adern enthält – daher ihre weiße Farbe – ist das Gewebe der Aderhaut stark mit Blutgefäßen versorgt. Sie kleidet lediglich den hinteren Teil des Auges aus und versorgt dort die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Nach vorn hin verdickt sie sich und geht in die Ziliarkörper und -muskeln über, die die Augenlinse fixieren und deren Nah- und Fernstellung bewirken.

Der Raum hinter der Hornhaut, die vordere Augenkammer, ist mit klarer Flüssigkeit gefüllt. Dahinter liegt die ringförmige, farbige Regenbogenhaut (Iris). Mit Hilfe zweier Muskeln kann die Iris die Größe des Sehlochs in ihrer Mitte, also der Pupille, erweitern oder verengen. So regelt sie die Menge des einfallenden Lichts, genau wie die Blende bei einer Kamera. Lichtstrahlen, die neben der Pupille auf die Iris fallen, werden hier absorbiert.

Hinter der Regenbogenhaut und der Pupille liegt die farblose Augenlinse. Ähnlich wie die Linse beim Fotoapparat bündelt sie die Lichtstrahlen, die ins Auge einfallen. An ihrem Platz, wird sie von feinen Fasern, die am Ziliarkörper rund um die Linse aufgehängt sind, festgehalten. Die Linse ist ein elastischer Körper; die Fasern ziehen diese durch ihre Zugwirkung flach. Ein ringförmiger Muskel im Strahlenkörper bewirkt dagegen bei Kontraktion eine Linsenwölbung. Durch dieses Wölben oder Abflachen der Linse stellt sich das Auge auf das Nah- und Fernsehen ein. Im Ruhezustand ist die Linse auf das Fernsehen eingestellt. In dieser Position verharrt sie schließlich im älter werdenden Auge – wir benötigen dann eine Lesebrille für das scharfe Sehen in der Nähe.

Hinter der Augenlinse schließt sich der Glaskörper an. Er füllt den größten Teil des Augapfels aus. Der Glaskörper ist keine feste, sondern eine durchsichtige gallertartige Masse.

Durch Hornhaut, Pupille, Augenlinse und Glaskörper fällt das Licht schließlich auf die Netzhaut, die reich an Nervenzellen ist. Die Netzhaut liegt an der rückwärtigen Innenseite des Auges und besteht aus zehn Schichten. Acht durchsichtige Schichten durchqueren die einfallenden Lichtstrahlen auf ihrem 2,5 cm langen Weg durch das Auge, bevor sie zu den so genannten Lichtsinneszellen gelangen: den Stäbchen und Zapfen in der neunten Schicht.

Während die Stäbchen nur hell oder dunkel melden und das Sehen bei schwacher Beleuchtung ermöglichen, können die Zapfen Farben unterscheiden. Eine dunkle Pigmentschicht (die zehnte und letzte der Schichten) kann sich bei starker Lichteinstrahlung zwischen den Zapfen und Stäbchen hochschieben und so – zusätzlich zur Pupille und dem Augenlid – vor einer zu starken Blendung schützen. Die Stäbchen- und Zapfenzellen wandeln das eintreffende Licht in Nervenimpulse um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden.

Löcher in der Netzhaut – ein Problem bei starker Kurzsichtigkeit

Die allmähliche Verlängerung des Auges – also eine zunehmende Kurzsichtigkeit – bewirkt eine Verdünnung der Lederhaut am hinteren Ende des Augapfels. Da der Glaskörper im Auge nicht mitwächst bzw. schrumpft, löst er sich von der Netzhaut. Die Netzhaut steht mehr und mehr unter Spannung; daher kann ihre Verdünnung bzw. Dehnung auch zum Einreißen führen. Die Folgen sind: Löcher in der Netzhaut und im Extremfall Ablösung der Netzhaut von den äußeren Schichten an der Augeninnenseite.
Der Augenarzt kann Netzhautanomalien mit Hilfe eines Augenspiegels feststellen – eine völlig schmerzfreie Untersuchungsmethode. Risse und Löcher in der Netzhaut werden mit dem Laser behandelt. Dabei wird die Netzhaut mit der darunter liegenden Aderhaut verschweißt.

Netzhautablösung ist ein Akutfall und gehört zu den gefährlichsten Augenerkrankungen und kann im Extremfall zur Erblindung führen. Falls Sie plötzlich Blitze vor den Augen sehen, suchen Sie bitte sofort einen Augenarzt oder eine Augenklinik auf. Die Netzhautablösung selbst ist schmerzfrei und nur an den Blitzen am Rand des Gesichtsfelds erkennbar. Im fortgeschrittenen Stadium schweben schwarze Schleier durch das gesamte Gesichtsfeld.

Bei frühzeitiger Behandlung kann die Netzhaut mittels Laser wieder »verklebt« werden. Bitte kontaktieren Sie bei den genannten Symptomen einen Augenarzt.

Die Augenmuskeln

Ohne die sechs äußeren Augenmuskel wäre eine Bewegung des Augapfels nicht möglich. Diese Muskeln sind an der Lederhaut des Auges befestigt und liegen in der Augenhöhle.

Das Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld ist der Sehbereich, der die Gegenstände umgibt, die wir betrachten. Denn während wir einen bestimmten Gegenstand betrachten, nehmen wir um diesen herum noch andere Gegenstände wahr: Sie liegen alle in unserem Gesichtsfeld. Das menschliche Auge weist einen großen Radius auf.
Bei nach vorn gerichteten Augen und unbewegtem Kopf haben wir horizontal einen Radius von 180° und vertikal einen Radius von 120°. Die Felder, die von jeweils einem Auge erfasst werden, überschneiden sich dabei in der Mitte. Blicken wir dagegen nur mit einem Auge geradeaus, reduziert sich das Gesichtsfeld um etwa 30°.

Störungen des Gesichtsfelds

Störungen eines Auges werden so gut wie nicht bemerkt, wenn sie im Bereich der Überschneidung beider Gesichtsfelder liegen. Erhebliche Einschränkungen kann es dagegen mit sich bringen, wenn andere Teile des Gesichtsfelds verloren gehen, etwa nach einem Schlaganfall oder bei „Grünem Star“.

Dreidimensional sehen

Beide Augen liefern ein Bild desselben Gegenstands, allerdings jeweils von einem etwas anderen Blickwinkel aus gesehen. Das Gehirn verarbeitet die zueinander passenden Informationen zunächst getrennt, verknüpft sie dann aber zu einem 3D Bild. Außerdem werden hintereinander befindliche Gegenstände im Hinblick auf ihre Größe miteinander verglichen – natürlich wieder mit Hilfe bereits gespeicherter Informationen. So schätzen wir die Abstände zwischen diesen Gegenständen und ihre Entfernung von uns.